Mein Name ist Matthias Vogelsang. Zusammen mit meiner Frau Birgit und unseren Wölfen lebe ich in der Nähe von Einbeck.


Seit ich ein kleiner Junge war, wünschte ich mir nichts sehnlicher als einen Hund. Zusammen mit meinen fünf Geschwistern wuchs ich in Hildesheim in einer Stadtwohnung auf und es war meinen Eltern unter diesen Umständen nicht möglich, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Ein Kanarienvogel war mein Trost.

Mir bedeutete es sehr viel, als ich endlich meine erste Hündin, einen sibirischen Husky, hatte. Mit der Liebe zu meiner Hündin wuchs auch meine Wolfsliebe. Alles was ich an Literatur zum Thema Wolf in die Hände bekommen konnte, las ich mit großem Interesse. Einmal vom Mythos Wolf infiziert, ließ es mich nicht mehr los. Ich telefonierte mit Werner Freund und besuchte seine Wölfe in Merzig, besuchte Dr. Neumann, Tanja Askani und viele Tierparks, in denen es Wölfe gibt.



Bis dahin hatte ich viel Kontakt zu Wolfskennern, aber nicht zum Wolf selbst. Das sollte sich erst ändern, als ich meinen Freund und inzwischen auch Partner Zoltan Horkai kennen lernte.

Zoltan lebt zusammen mit seiner Freundin, der Biologin Dori, in Ungarn. Auf einem ca. 3 ha großen Grundstück betreuen sie über 100 Tiere. Beide haben sie ein großes Herz für Tiere und nicht selten findet ein in Not geratenes Wesen bei ihnen ein neues Zuhause. Zu diesem privaten Tierpark gehören auch ca. 30 Wölfe.

Als ich Zoltan kennenlernte, war es ohne Übertreibung Liebe auf den ersten Blick, da war etwas in uns, was uns sofort verband – Wolfsliebe. Zoltan sagte später einmal, er hätte gleich bei der ersten Begegnung gespürt, dass da einer ist, der genau so verrückt ist wie er.

Nicht nur das Eingangstor hat sich verändert. Die grauen Haare und Bärte der Männer verraten es, zwischen den Fotos liegen einige Jahre.


Nun endlich hatte ich die hautnahe Begegnung mit dem Wolf. Dieser Moment war unglaublich, als ich mit Zoltan in eins der Gehege ging und die Wölfe kamen, um uns stürmisch zu begrüßen. Das war wohl der Punkt, von dem ich sagen kann, unser Leben hat sich total verändert. Von diesem Augenblick an waren die Wölfe der absolute Mittelpunkt in meinem Leben und damit auch im Leben meiner Frau. Urlaub und Freizeit kannte nur noch ein Ziel – Ungarn. Nicht nur, um Zoltan zu besuchen, sondern um ihn bei seiner nicht immer ganz einfachen Arbeit zu unterstützen.

Das alles liegt nun schon einige Jahre zurück und in der Zwischenzeit haben wir viel mit Zoltan und Dori zusammen gearbeitet und von ihnen gelernt. Zusammen mit meiner Frau haben wir 30 Wölfe mit der Flasche großgezogen. Nun konnten wir aus eigener Erfahrung lernen, es war nicht immer einfach und ich habe aufgehört, die Kilometer zu zählen, die wir in dieser Zeit mit dem Auto zwischen Ungarn und Deutschland gefahren sind.

Inzwischen sehen sich Matthias und Zoli nicht mehr ganz so oft, wie früher. Aber mindestens einmal im Jahr treffen sie sich, um miteinander ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit den Wölfen auszutauschen.