Yukon

Im Juli 2005 wollten wir einige Tage “Urlaub” bei Zoli und Dori machen. Wir hatten wieder die Patenschaft über einen kleinen Wolf übernommen. Yukon, dessen Vorfahren russische Wölfe aus dem Ural waren. Er war gute 8 Wochen alt und nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte er sich nun gut entwickelt.

Yukon

Zusammen mit seinem Bruder war er in einem kleinen Gehege untergebracht als wir uns mit Zoli, Dori auf den Weg machten um Heu zu holen. Es war ein sehr warmer Tag und so waren wir froh und geschafft als wir wieder zu Hause waren, dort war der erste Gang zu unseren kleinen Wölfen, aber nur einer kam uns freudig entgegen, wo war sein Bruder. Meine Frau entdeckte ihn in einer Ecke liegend, er hatte Durchfall und gleich auf den ersten Blick war zu erkennen, dass er krank war. Dori hatte sofort den Verdacht auf eine Parvovirose.

Parvovirose ist die jüngste der gefährlichen Infektionskrankheiten. Diese Viruserkrankung ist hochgradig ansteckend, die Übertragung geschieht nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch über Kleidung, Schuhe und andere Gegenstände. Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, Erbrechen und blutig wässriger, fast nicht behandelbarer Durchfall sind die Symptome. Der Darm kann keine Nahrung und keine Flüssigkeit mehr in den Körper aufnehmen. Bei Jungtieren führt die Parvovirose häufig zum Tod. Auch geimpfte Tiere können von der Seuche befallen werden.

Yukon

Dori und meine Frau fuhren sofort zum Tierarzt. Er konnte den schlimmen Verdacht nur bestätigen und machte uns wenig Hoffnung, Yukon bekam eine Infusion und eine Impfung. Eine Stunde hing der kleine Kerl am Tropf, von Dori, meiner Frau und der Arzthelferin gehalten. Im Tierpark konnte er, wegen der großen Ansteckungsgefahr, nicht bleiben. Wir nahmen ihn mit in eine Pension

Es begann ein Kampf um Leben und Tod, er nahm nichts mehr zu sich, mit einer Spritze musste ihm tröpfchenweise die Flüssigkeit eingeflößt werden, jede halbe Stunde rund um die Uhr. Am nächsten Morgen fuhren wir zum Tierarzt zur Infusion und um ihm dann wieder jede halbe Stunde Flüssigkeit zu verabreichen.

Yukon

Ich war gerade bei Zoli um zu helfen, als mich der verzweifelte Anruf meiner Frau erreichte. Sie war ganz aufgelöst und hatte das Gefühl Yukon stirbt. Alle Flüssigkeit die sie ihm gab kam vorne und hinten wieder raus, er schluckte nicht mehr, es war zum verzweifeln. Sofort fuhren wir zum Tierarzt und er bekam eine weitere Infusion. Unverdrossen verabreichten wir ihm die Flüssigkeit angereichert mit Nährstoffen. Zoli zog einen weiteren Tierarzt zu rate und wir bekamen noch zusätzliche Medikamente. Nun gab es für uns fast gar keine Pause mehr, kaum hatte er seine Flüssigkeit bekommen bekam er nach einer Viertelstunde ein homöophatisches Mittel und anschließend noch ein Medikament mit Aloe Vera.

Genau so wie wir kämpften, kämpfte auch unser kleiner Yukon und so ging es von nun an stetig aufwärts. Nach drei Wochen des “Zitterns” wussten wir jetzt hat er es geschafft. Wir waren alle sehr glücklich. Inzwischen haben wir viel Spaß an dem übermütigen Yukon.