Wolfshunde - Wolfshybriden
Über den Hund bin ich zum Wolf gekommen, es gibt aber auch Tiere zwischen Hund und Wolf, Hunde mit Wolfsblut, so genannte Wolfshybriden.
Wolfshybriden bzw. Wolfsmischlinge sind nicht zu verwechseln mit Tschechoslowakischen Wolfshunden und den Saarloos-Wolfshund. Beiden Rassen sieht man den Wolf zwar an, aber es muss klar gesagt werden, dass es sich bei diesen Tieren nach vielen Generationen der Zucht um Hunde handelt, sie sind anerkannte Hunderassen.
Der zoologische Begriff Hybride steht für Bastard, Nachkomme von Eltern zweier verschiedener Arten oder von Eltern mit erblich verschiedenen Merkmalen. Ein reinrassiger Wolf, der mit einem reinrassigen Hund gekreuzt wird, kommt einem 50%-igen Wolf gleich, weil jedes Elternteil zur Hälfte am genetischen Code der Nachkommen beteiligt ist. Der F-Faktor (oder Linie) erklärt, wie viele Generationen vergangen sind, seit ein reinrassiger Wolf in die Zucht eingeführt wurde. F1 bedeutet, dass ein Elternteil reinrassig ist. F2 bedeutet, dass wenigstens ein Großelternteil reinrassig ist; F3 das ein Ur-Großelternteil reinrassig war, usw. Wolfshybriden, die zurückgekreuzt werden, haben oft “gemischte” Welpen. Einige Welpen eines solchen Wurfes können sehr wolfsähnlich sein was das Aussehen und das Verhalten betrifft. Andere Tiere aus dem gleichen Wurf können hundeähnlich im Aussehen und Verhalten sein. Zusätzlich kann es zu jeder Art von Ausprägung dazwischen kommen. Aufgrund ihrer Intelligenz, aber auch ihrer Sturheit, kann die Arbeit mit einem Wolfshybriden eine wahre Herausforderung sein. Die Erfahrung mit Hunden reicht für den Umgang mit solchen Tieren nicht aus. Ein Hybrid ist kein Haustier und doch beschaffen sich manche Menschen, wohl als Ersatz für einen Wolf oder als Statussymbol, illegal so ein Tier.
Die Wolfshybriden können extrem misstrauisch, scheu und schreckhaft sein, fühlen sie sich in die Enge getrieben sind sie bereit zu beißen. Diese Tiere können sehr zerstörerische Wesen sein. Genau wie der Wolf lieben sie es einen Bau zu graben und Büsche und Sträucher auszubuddeln, nichts ist vor ihnen sicher. Sie sind Fluchtkünstler.
Beim Spaziergang lässt man sie am besten an der Leine, denn hat erst einmal etwas ihr Interesse geweckt, ist es sehr schwer sie zurück zu rufen, da nützen auch keine Leckerlis in der Tasche. Auch das Zusammentreffen mit fremden Hunden kann beim Wolfshybriden zu einem aggressiven und dominanten Verhalten führen
Ein Hundetrainer stellte mir einmal stolz einen angeblichen Wolfshybriden der F1 Linie vor. Nachdem ich mich einige Zeit mit dem Tier beschäftigt hatte, war ich mir sehr sicher, dass es sich bei diesem Tier nicht um einen Hybriden mit 50% Wolfsblut handelt. Zwar hatte er ein wolfsähnliches Aussehen, aber in seinem Verhalten war nichts von einem Wolf zu entdecken, zum Glück für Tier und Mensch. Oft wissen Menschen, die sich einen Wolfshybriden anschaffen, nicht was dieses Tier für eine Herausforderung sein kann, erst zu spät wird ihnen bewusst, dass sie mit dem Tier überfordert sind. Durch ihre Gebundenheit an die Menschen, bei denen sie aufgewachsen sind, und ihre extreme Scheu vor Fremden ist es in den meisten Fällen unmöglich sie an einen neuen Besitzer zu vermitteln.
Auch in Ungarn haben wir einige dieser Wolfshybriden aufgenommen. Sie gehören zu den Tieren die Glück hatten, denn oft bleibt als einziger Ausweg die Tötung des Tieres.



